Dienstag, 21. Juli 2015
Bundestags- und Europaabgeordnete fordern Erhalt des Deutschunterrichts an französischen Schulen – Interfraktionelle Initiative der EUD-Parlamentariergruppen
Die Vorstände der Parlamentariergruppen der überparteilichen Europa-Union Deutschland im Bundestag und im Europäischen Parlament fordern die französische Regierung auf, ihre Pläne zur Kürzung des Deutschunterrichts an französischen Mittelschulen (Collèges) zu überdenken. In einem gemeinsamen Brief an Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem heißt es: „Wir sind in Sorge, dass mit der Reform ein wichtiger Baustein der deutsch-französischen Zusammenarbeit an Bedeutung verliert.“

Dank der wechselseitigen Einführung des Deutsch- und Französischunterrichts, der Schaffung von Städtepartnerschaften und Schüler-Austauschen sei es nach dem zweiten Weltkrieg in vorbildlicher Weise gelungen, eine Freundschaft zwischen den ehemals verfeindeten Staaten aufzubauen. Die Parlamentarier befürchten, dass durch die geplante Reform die Zahl der Deutschlehrer in Frankreich reduziert und der deutsch-französische Schüleraustausch gerade in den 5. bis 10. Klassen deutlich erschwert würde. Nach Medienberichten plant die französische Regierung, das Deutsch-Angebot im Collège signifikant zu kürzen und bilinguale Europaklassen ab dem Schuljahr 2016 vollständig abzuschaffen.

Die Abgeordneten betonen, dass sie das eigentliche Ziel der Reform, Elitenbildung entgegenzuwirken und Chancengleichheit auszubauen, grundsätzlich unterstützten. „Uns geht es nicht darum, die deutsche Sprache bei der Auswahl der Sprachen im Unterricht in den Vordergrund zu stellen. Unser Anliegen ist es, die bestehende Wahlfreiheit zu erhalten“, so die Unterzeichner. Die Parlamentarier nehmen auch die deutsche Bundesregierung in der Pflicht und fordern sie auf, sich intensiver dafür einzusetzen, deutschen Jugendlichen den Französischunterricht näher zu bringen.

Unterzeichner des Briefes sind die Vorstände der Europa-Union Parlamentariergruppen: die Bundestagsabgeordneten Florian Hahn (CSU), Josip Juratovic (SPD), Günter Krings (CDU), Manuel Sarrazin (Bündnis 90/Die Grünen) und Norbert Spinrath (SPD) sowie die Europaabgeordneten Jan Philipp Albrecht (Bündnis 90/Die Grünen), Markus Ferber (CSU), Arne Lietz (SPD), Michael Theurer (FDP) und Joachim Zeller (CDU). Den Europa-Union Parlamentariergruppen gehören 163 Bundestags- und 66 Europaabgeordnete an, die zugleich Mitglied der Europa-Union Deutschland sind.

Mit ihrer Initiative knüpfen die Parlamentarier an einen Vorstoß der Europa-Union Deutschland an, die Frankreich im April dieses Jahres für seine Reformpläne kritisierte.


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