Samstag, 26. November 2011
Europapreisverleihung: Weder di Mauro erhält Europa-Lilie / Europa-Distel für die BILD-Zeitung
Beatrice Weder di Mauro, Mitglied im Rat der Wirtschaftsweisen, hat die 2011 erstmalig ausgelobte Europa-Lilie für herausragende europapolitische Verdienste erhalten. Die Schweizer Wirtschaftsprofessorin nahm den Preis von Europa-Professionell, Hauptstadtgruppe der Europa-Union, am Samstag während eines Festakts von EU-Kommissar a.D. Günter Verheugen entgegen. Der Negativpreis, die Europa-Distel, ging an die BILD-Zeitung.

Altpräsident Altmaier mit Preisträgern: (v.l.) Klaus & Roswitha Brausch, Nikolaus Blome (BILD), Katharina Rogge & Sabine Hanke (Schüler Helfen Leben)

In Ihrer Dankesrede zeigte Weder di Mauro sich besorgt um das europäische Einigungsprojekt und plädierte für einen europäischen Schuldenabbau, wie vom Rat der Wirtschaftsweisen vorgeschlagen. In seiner Ansprache machte Verheugen deutlich, „dass wir nicht ein deutsches Europa sondern ein europäisches Deutschland wollen“. Die Gemeinschaftsmethode dürfe auf keinen Fall aufgeben werden.

Nikolaus Blome, Leiter des Hauptstadtbüros der BILD-Zeitung, erhielt stellvertretend für sein Blatt die Europa-Distel für den größten europapolitischen Fehltritt des Jahres wegen der Forderung, Griechenland solle seine Inseln verkaufen. In seinem Statement machte er klar, dass die BILD-Zeitung hinter dem Euro stehe, kritisierte aber die derzeitigen Rettungsmaßnahmen: „Rettet den Euro! Aber nicht so.“ Im Gegensatz zu Weder di Mauro vertrat er die Ansicht, dass der Austritt eines kleines Landes aus dem Euro nicht den Untergang der Euro-Zone bedeutet.

In seiner Laudatio auf die BILD stellte der Vorsitzende von Europa-Professionell, Joachim Wuermeling, fest, dass es ein Fehler war, eine solche Emotionalität in die Debatte zu bringen und zwischen guten und schlechten Euro-Ländern zu unterscheiden. Er machte klar: „Wir wollen keine europäische Misstrauensgesellschaft“ und kritisierte die BILD-Zeitung für ihre Griechenland-Berichterstattung.

Die Europa-Lilie für bürgerschaftliches Engagement ging an Klaus und Roswitha Brausch. Das Ehepaar aus Wuppertal engagiert sich seit vielen Jahren für Förderschulen in der Slowakei und in Deutschland. In der Laudatio unterstrich der Slowakische Botschafter, Igor Slobodník: „Die Brauschs nehmen den Preis stellvertretend für all diejenigen entgegen, die sich auf europäischer Ebene bürgerschaftlich engagieren.“

Die Europa-Lilie für Jugendarbeit erhielt die 1992 von Bad Kreuznacher Jugendlichen gestartete Aktion „Schüler Helfen Leben“, die Hilfs- und Austauschprojekte auf dem Balkan organisiert. Laudator Lars Becker, Bundesvorsitzender der Jungen Europäischen Föderalisten: „Schüler Helfen Leben gibt Jugendlichen die Gelegenheit, auf eine sehr konkrete Art europäische Erfahrungen zu machen und sich langfristig und nachhaltig für den Frieden in Europa einzusetzen.“

Weitere Informationen über die Preisträger erhalten Sie hier.

Unser Medienpartner EurActiv.de berichtet hier über die Preisverleihung.

Wir danken "Serviceplan" und "Spreeproduktion" für die Stiftung der Trophäen.


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