Freitag, 05. Februar 2016
Gedanken von EUD-Vizepräsident Ernst Johansson zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union
Großbritannien ist mit Abstand das dominierende Nicht-Euro-Land in der EU und sieht sich als zweitgrößte Volkswirtschaft Europas als Sprecher dieser Gruppe. Es ist auch das Mitgliedsland, das am stärksten „auf die Bremse tritt“, wenn es um das Zusammenwachsen der Union geht. Für die EU-Wirtschaft würde der Austritt bedeuten, dass die Eurostaaten 82 Prozent der Union hielten und nur noch Polen mit sechs, Schweden mit drei, Dänemark und Tschechien mit je zwei und Kroatien und Ungarn nur mit einem Prozent an der EU-Wirtschaft beteiligt sind. Dies würde mit großer Sicherheit zu einer Aufnahme des Euro in der gesamten EU in absehbarer Zeit führen.

EUD-Vizepräsident Ernst Johansson

Der Austritt Großbritanniens würde nur positive Auswirkungen auf die Zusammenarbeit in der EU haben. Das schlechte Beispiel der Sonderwünsche Großbritanniens „I want my money back“ würde entfallen und die Integration würde gefördert werden.

Ein solcher Schritt würde sicherstellen, dass die nationalen Parlamente entgegen den Forderungen Großbritanniens kein umfassendes Vetorecht gegen Gesetzvorschläge des Europäischen Parlaments erhalten, was eine Änderung des EU-Vertrags erleichtern könnte.

Schon einmal war Großbritannien nach langem Sträuben zu dem Entschluss gekommen, dass es besser in der EU als vor der Tür aufgehoben sei. Dies würde sich meines Erachtens auch diesmal mittelfristig zeigen.

Wir sollten daher mit Großbritannien nur Kompromisse eingehen, die wir für die Entwicklung der EU für notwendig erachten.

Ernst Johansson, Vizepräsident der Europa-Union Deutschland


Weitere Meldungen aus den Bereichen: Präsidium, AG Zukunft Europas, Institutionelle Fragen
Empfehlen Sie diesen Artikel weiter:
| bei weiteren Diensten