Europa auf dem Weg zu mehr und besseren Arbeitsplätzen - EU-Kommissar Andor und EUD-Vizepräsidentin Högl im Gespräch

Wie können mehr und bessere Arbeitsplätze in Europa geschaffen werden? Und wie gelingt es, wirtschaftliche und soziale Interessen stärker miteinander zu verknüpfen? Diese zentralen Fragen der europäischen Wirtschafts- und Sozialpolitik diskutierten EU-Kommissar László Andor und EUD-Vizepräsidentin Dr. Eva Högl MdB am 31. März bei einem europapolitischen Gespräch im Europäischen Haus in Berlin.

Andor und Högl im Gespräch

Nach der Begrüßung der 150 Gäste durch den Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, Matthias Petschke, skizzierte der  EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration die für sein Ressort wichtigsten Kernziele und Leitinitiativen der EU-Strategie Europa 2020. So soll bis 2020 die Schulabbrecherquote auf unter 10% verringert werden und der Anteil der 30- bis 34-Jährigen mit abgeschlossener Hochschulbildung oder gleichwertiger Berufsausbildung auf mindestens 40% steigen. In zehn Jahren sollen außerdem EU-weit 75 Prozent der 20- bis 64-Jährigen in Arbeit stehen und die Zahl der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Personen um mindestens 20 Millionen gesenkt werden.

Mit Hilfe der drei Leitinitiativen „Jugend in Bewegung“, der „Agenda für neue Kompetenzen und Beschäftigungsmöglichkeiten“ sowie der „Plattform zur Bekämpfung der Armut“ sollen diese Ziele bis zum Ende der Dekade erreicht werden. Angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit in Europa sei es besonders wichtig, „intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum“ zu fördern, beispielsweise durch die Schaffung von „Green Jobs“, so Kommissar Andor.

In ihrem Kommentar gab Högl zu bedenken, dass die Themen Beschäftigung und Soziales in letzter Zeit eher in den Hintergrund gerückt seien und begrüßte daher den Fokus der Strategie Europa 2020 auf sozialpolitische Belange. Sie bemängelte die Schieflage zwischen sozialen Themen auf der einen und wirtschaftlichen Themen auf der andere Seite und forderte eine integrierte Wirtschafts- und Sozialpolitik in Europa und die Einführung einer sozialen Fortschrittsklausel. Besonders wichtig sei hierbei die Einbindung und Beteiligung der Sozialpartner und der Zivilgesellschaft , so Högl weiter. Wie ihre Vorredner begrüßte sie den Wegfall der Freizügigkeitsbeschränkungen für Arbeitnehmer aus den neuen EU-Mitgliedstaaten und machte sich in diesem Zusammenhang für eine effizientere Bekämpfung von Schwarzarbeit  und die Einführung von Mindestlöhnen stark.

Unter der Moderation von Andrea Despot von der Europäischen Akademie Berlin vertieften Andor und Högl das Thema in der Diskussion mit dem Berliner Fachpublikum und Mitgliedern der Europa-Union.

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