Europa-Union Schleswig-Holstein protestiert gegen Grenzkontrollen

„Halt, hier Grenze“, „Sie verlassen jetzt Europa“ und ein rot-weißer Schlagbaum: So könnte es vielleicht bald wieder aussehen am Grenzübergang Krusau, wenn die Pläne der dänischen Regierung Wirklichkeit werden. Am 17. Juni war die Grenze aber noch Kulisse: die Jugend will sich das offene Europa nicht nehmen lassen. Seite an Seite mit den Jugendorganisationen aller Parteien kämpfen die Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) für eine „Zukunft ohne Grenzen“.

JEF-Landesvorsitzender Hauke Petersen zersägt Schlagbaum.

Unter dem Applaus der rund 150 Demonstranten zersägte Hauke Petersen, Landesvorsitzender der JEF Schleswig-Holstein gemeinsam mit Jakob Esmann von der Jugendorganisation der dänischen Sozialdemokraten den symbolischen Schlagbaum. Anschließend wurden blaue Luftballons mit den zwölf europäischen Sternen fliegen gelassen.

Von dänischer Seite waren die Jugendorganisationen der dortigen Sozialdemokraten, der Sozialliberalen, der Volkssozialisten und der Schleswigschen Partei der deutschen Minderheit sowie das dänische Pendant zur JEF vertreten. Hauke Petersen ist stolz darauf bei der Aktion Mitstreiter aus dem nördlichen Nachbarland zu haben: "Die Jugend auf beiden Seiten will ein Zeichen setzen für offene Grenzen“.

Auch Uwe Döring, Landesvorsitzender der Europa-Union Schleswig-Holstein und seine Stellvertreterin Kirstin Funke protestierten an der dänischen Grenze und zeigten Flagge für ein offenes Europa. Vor allem ist es aber die Jugend, die ein klares Zeichen für Europa und gegen Populismus und "Kleinstaaterei" setzen will. Auf politische Prominenz habe man bewusst verzichtet, sagte Petersen: "Denn nicht nur die Eliten setzen sich für Europa ein."


Viele Demonstranten sind extra aus Berlin, Hamburg, Niedersachsen und Bremen angereist, um die Aktion zu unterstützen. Gleichzeitig gab es auch an anderen Grenzübergängen Demonstrationen – unter anderem in Schengen, wo vor mehr als einem Jahrzehnt das Abkommen unterzeichnet wurde, das allen Europäern Reisefreiheit garantiert.

Nun will Dänemark die Grenzkontrollen wieder einführen, um die internationale Kriminalität wirksamer zu bekämpfen. EU und Bundesregierung hatten die Pläne scharf kritisiert. „Die dänische Regierung hat vergessen, dass offene Grenzen immer noch etwas Besonderes sind“, meinte Julien Motschiedler von den JEF Hamburg.

Die dänischen Pläne seien nicht nur ein Bruch des Schengener-Abkommens und ein Schlag gegen das europäische Zusammengehörigkeitsgefühl sondern gefährdeten auch Arbeitsplätze im Grenzgebiet. Auch die Kooperation der Unis in Flensburg und Dänemark sei bedroht. "Wir sind mit einem offenen Europa aufgewachsen und profitieren davon. Ob es eine Grenze gibt, interessiert uns nicht. Wir sind alle Europäer", sagt Hauke Petersen.

Am 1. Juli wird das dänische Parlament, das Folketing, über die Kontrollen entscheiden. Die dänischen Sozialdemokraten haben sich bereits gegen die Pläne ausgesprochen. "Unsere Bemühungen zeigen erste Erfolge", freut sich JEF-Chef Petersen.

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