Europäischer Festabend begeistert Teilnehmer / Preise an Schüler und Studenten vergeben

Im Rahmen der 64. Landesversammlung der überparteilichen, unabhängigen Nichtregierungsorganisation EUROPA-UNION DEUTSCHLAND Landesverband Hessen e.V. fand am Freitag, 17. Juli 2015, der Europäische Festabend im Bürgerhaus der Kreisstadt Dietzenbach statt. Eingeladen hatte dazu der Landesverband der Europa-Union Hessen unter seinem Vorsitzenden Thomas Mann (MdEP), während die Organisation des Abends maßgeblich bei Christel Germer und Ralf Hügel von der Europa-Union Offenbach lag.

In feierlichem Ambiente eröffnete Landesvorsitzender Thomas Mann (MdEP) den Festabend, der - geprägt durch die aktuellen Diskussionen über den Verbleib Griechenlands in der Eurozone - unter besonderer Aufmerksamkeit stand.

Unter den über 60 Teilnehmern, die Mann begrüßte, befanden sich neben Lucia Puttrich (CDU), Hessische Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, auch Landrat Oliver Quilling (CDU), gleichzeitig Kreisvorsitzender der Europa-Union Offenbach, sowie Dietzenbachs Bürgermeister Jürgen Rogg. Auch einige Vertreter der Stadt- und Gemeindeparlamente der Kommunen des Landkreises waren der Einladung gefolgt.

In seiner Eröffnungsrede stellte Landesvorsitzender Thomas Mann die Bedeutung der Europäischen Union gerade vor der aktuellen Krise heraus und zeigte auf, dass es sich trotz und gerade während der enormen Herausforderungen lohne, für Europa zu kämpfen. Europa sei eine Erfolgsgeschichte, die neben der Friedenssicherung auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine Bereicherung für die einzelnen Mitgliedsstaaten sei.

Für das Land Hessen schloss Staatsministerin Lucia Puttrich mit einem Grußwort an. Sie ging auf die vielfältigen Betätigungsfelder des Landes Hessen im Europabereich ein und zeigte den Zuhörern, wie wichtig die EU für den Wirtschaftsstandort Hessen im Herzen Europas sei. Insbesondere das Ballungszentrum im Rhein-Main-Gebiet profitiere wie kein anderes europäisches Gebiet vom europäischen Einigungsprozess.

Landrat Oliver Quilling (CDU) zeigte sich in seinem Redebeitrag erfreut, dass der Landkreis Offenbach Austragungsort des landesweit beachteten Europäischen Festabends sei. Gerade in der Region gelinge es, den lebendigen Mix der Kulturen und Traditionen als Bereicherung zu empfinden. „Der Landkreis lebt die europäische Idee!“, so Quilling. Auch Bürgermeister Jürgen Rogg schloss sich den Grüßen an.

Im Anschluss erläuterten Landesvorsitzender Thomas Mann (MdEP) und der stellvertretende Landesvorsitzende Dr. Sven Simon (Buseck) die Redenwettbewerbe für Schülerinnen und Schüler hessischer Oberstufen sowie den zum dritten Mal ausgerichteten Wettbewerb für Studierende hessischer Hochschulen.

In der Folge trugen die Teilnehmerinnen ihre Redebeiträge vor, in der sie auf kreative Weise und mit spitzer Feder für den europäischen Gedanken warben.

Für die besten Reden zeichneten Landesvorsitzender Thomas Mann und der für die Redenwettbewerbe verantwortliche stellvertretende Landesvorsitzende Dr. Sven Simon (Buseck) die Schüler und Studierenden mit Geldpreisen aus:

Oberstufenwettbewerb (alle Sieger von der Dreieichschule, Langen)
1. Alisia Casemiar (300 Euro)
2. Fabian Treber (200 Euro)
3. Clara Willand (100 Euro)

Hochschulwettbewerb (beide Kandidaten erhielten den ersten Platz)
1. Lukas Rehling (300 Euro) aus Mittenaar  
1. Igors Gubarev (300 Euro) aus Gießen

Den zweiten Höhepunkt des Abends bildete die Festrede, des Stellvertretenden Botschafters der Republik Litauens bei der Bundesrepublik Deutschland, Herr Gesandter-Botschaftsrat, Ramumas Misiulis, der eigens aus Berlin angereist war.

Das 1990 von der Sowjetunion unabhängig gewordene Land im Baltikum ist 2004 Mitglied der Europäischen Union geworben und gehört seit dem 01. Januar 2015 als 19. Mitglied der Eurozone an.

Misiulis berichtete von der Zuwendung seines Landes zum Westen und stellte dabei die erfolgreiche Reformpolitik Litauens aus eigener Anstrengung in den Vordergrund.

Im Bereich der Flüchtlingsarbeit betont Misiulis, dass der baltische Staat durchaus bereit sei, Flüchtlinge aufzunehmen. Das alleine löse das Problem nicht. „Im Gegenteil: Es werden noch mehr Flüchtlinge kommen“, so der Gesandte. Vielmehr gelte es, die Ursachen der Problematik zu bekämpfen.

In Hinblick auf den Ukraine-Konflikt rechnete der Diplomat scharf mit Russland ab, während er in der Griechenland-Krise weitreichende Strukturreformen der Hellenischen Republik forderte.

Der Mathematiker Ramunas Misuilis stellte heraus „Während man in Griechenland eine Rente in Höhe von 63% des letzten Gehaltes erhält, sind es in Litauen 36%. Das macht es dem litauischen Volk schwer, Verständnis für Proteste der Griechen gegen Strukturreformen aufzubringen!“ Dennoch sei Litauen bereit, über ein drittes Hilfspaket zu verhandeln.

Der Gesandte schloss mit einem leidenschaftlichen Appell: „Die Staaten und Regierungen müssen nationale Erwägungen zurückstellen und stärker gemeinsam vorangehen!“

TwitterFacebookLinkedInEmail