Teach#EU - Konferenz am 21./22. September 2018 in Potsdam

Die Europa Union Brandenburg unterstützte die Durchführung einer internationalen Konferenz unter dem Titel "Teach#EU - New Perspectives on European Education", am 21. und 22. September 2018 in Potsdam.

Die Europäische Integration von zunächst sechs Staaten der EGKS hin zur EU der 28 Staaten wurde über Jahrzehnte als ein Erfolgsmodell für den Erhalt von Frieden, guter wirtschaftlicher Zusammenarbeit und Freizügigkeit mit der Überwindung nationaler Grenzen und für gemeinsames politisches Handeln in einer globalisierten Welt angesehen. Seit einigen Jahren bröckelt diese Wahrnehmung. Der Brexit und die Uneinigkeit der EU in der Flüchtlingsfrage sind nur zwei Beispiele dafür, dass ein gemeinsames Europa an Zustimmung verloren hat.

Dabei hat sich an den materiellen und immateriellen Vorteilen, die die Staaten und ihre Bürger*innen durch die Mitgliedschaft in der EU haben, wenig geändert. Vielmehr ist die Krise der EU in erster Linie eine Krise ihrer Wahrnehmung. So werden die Auswirkungen der Euro-Krise mit ihren sozialen Verwerfungen nicht der Finanzpolitik des Euro-Raums zugerechnet, sondern der EU insgesamt. Und: Zwar stellt die – im Weltmaßstab geringe – Anzahl von Geflüchteten nach Europa keine Überforderung der EU mit derzeit 28 Staaten, rund 510 Mio. Einwohnern und einem BIP von 14,8 Billionen Euro (2017) dar, so dass weder die Staaten noch ihre Bürger*innen dadurch Nachteile für sich befürchten müssten. Trotzdem reagieren in der heutigen EU Regierungen und Gesellschaften der 28 Mitgliedsstaaten auf Probleme zunehmend mit einer nationalen statt einer europäischen Orientierung.

Dieser Mangel an „europäischen Bewusstsein“ spiegelt sich nur zum Teil auf der Ebene medialer Öffentlichkeit: Diese ist oft noch pro-europäisch. Dagegen ist in allen EU-Staaten ein klares Defizit im Bereich der primären Bildung bei Kindern, Jugendliche und jungen Erwachsenen festzustellen. Weder in den Einzelstaaten existiert Europäische Bildung in einem relevanten Maße, noch steht das Thema als gesamteuropäische Aufgabe auf der Agenda.

Der Bezugsrahmen für politische Bildung ist weiterhin überwiegend national: Junge Menschen lernen Demokratie und Rechtsstaat anhand ihrer nationalen politischen Verfassung und Institutionen. Zudem wird ihre eigene Rolle kaum so dargestellt, dass sie aktiv partizipieren und so an der Gestaltung des europäischen demokratischen Gemeinwesens mitwirken können und sollen.

Die Konferenz „Teach EU“ stellte die Frage, wie das Thema „EUropa“ als (gesellschaftspolitische) Bildung besonders jungen Menschen vermittelt werden kann. Für den Start einer europäischen Debatte zur europäischen Bildung haben wir die Ausgangsfrage bewusst so allgemein gewählt. Es ist klar, dass Bildung mit ihren Aspekten wie Bildungsinhalten, didaktischen Herangehensweisen und Formaten, Dualität von schulischer und außerschulischen Bildung, Bildungsinstitutionen und Bildungspolitik ein sehr umfassendes Feld ist.

Ziel der Konferenz war es
, dieses Feld mit internationalen Akteuren aus Politik, Wissenschaft, schulischen und außerschulischen Bildungsinstitutionen aufzureißen und Fragestellungen für eine weiter führende Debatte europäischer Bildung zu formulieren, zum Beispiel:

 - Wie kann eine europapolitische Bildung aussehen, die ein tieferes Verständnis dafür entwickelt, dass es besser ist, auch in Europa zusammen- und nicht gegeneinander zu arbeiten?
 - Wie kann europapolitische Bildung aussehen, die die Jugendlichen dazu motiviert, an diesem europäischen Projekt aktiv zu partizipieren?
 - Welche Rahmenbedingungen müssen weiter entwickelt werden, um die Voraussetzungen für europäische Bildung in allen gesellschaftlichen Bereichen zu verbessern?

Die Konferenzsprache war Englisch. Weitere Informationen und Bilder der Konferenz finden sich auf der Öffnet externen Link in neuem FensterTeach#EU-Webseite.

     

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