Wie wünsche ich mir unser Europa?

"Das Mildred-Scheel-Berufskolleg (MSBK) in Solingen ist auf dem besten Weg zur Europa-Schule. Schon viele Aktivitäten sind europäisch ausgerichtet. Die jüngste Veranstaltung unter dem Motto „Wie wünsche ich mir unser Europa?“ fand auf Initiative der überparteilichen Europa-Union, Kreisverband Solingen, statt und zeugt von einem besonderen Europaprofil der Schule!“, lobte die Vorsitzende der Europa-Union das MSBK mit ihrer Schulleiterin Gabriele Stobbe-Dibbert.

Die Veranstaltung im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ wurde durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Stadtdienst Integration gefördert.

Als kompetente Gesprächspartner konnte die Europa-Union-Kreisvorsitzende, Gabriele Racka-Watzlawek, den langjährigen Europaabgeordneten Herbert Reul und Heinz-Wilhelm Schaumann, stellv. Landesvorsitzender der Europa-Union NRW, gewinnen. Beide begrüßte Racka-Watzlawek sehr herzlich und freute sich über die rege Beteiligung der Schülerinnen und Schüler des MSBK.

„Angesichts der aktuellen Herausforderungen ist es sehr wichtig, sich mit dem Thema Europa zu befassen“, führte Racka-Watzlawek ein. „Wir wollen als Europa Union mit unserer überparteilichen Arbeit für Europa besonders die  jungen Menschen ansprechen, ihre Meinungen und ihre Ideen sind uns wichtig!“ Die rund 80 Schülerinnen und Schüler hatten in fünf verschiedenen Themenforen die Gelegenheit zu Austausch und Diskussion: Bildung/Ausbildung, Migration/Integration, Freiheit und Grenzen in der EU, Sicherheit/Bedrohung durch Terrorismus und Demokratie/Menschenrechte.

In den einzelnen Themenforen wurde in jeweils kleinerer Runde intensiv diskutiert; Thesen, Fragen und Anregungen wurden auf einem Plakat festgehalten, so dass diese im später stattfindenden Plenum allen präsentiert werden konnten. Gerade die überschaubare Diskussionsrunde ermöglichte es nahezu jedem, sich aktiv einzubringen. Mitglieder des Vorstands und weitere Mitglieder der Europa-Union Solingen waren in den Gesprächsforen moderierend tätig.

So erörterte man in der Themengruppe Migration/Integration intensiv die Frage, was denn die Alternativen zu Migration und Integration wären. Auch die Frage, wie man mit Menschen aus anderen Kulturkreisen umgehen solle, stand im Fokus der Debatte.

In der Themengruppe Demokratie/Menschenrechte analysierte man zunächst einmal die aktuellen Problemstellungen. So sei ein Rechtsruck der Gesellschaften und ein Vertrauensverlust in die Institutionen zu beobachten. Finanz- und Eurokrise, Flüchtlingspolitik aber auch die Probleme rund um CETA und TTIP, die Außen- und Sicherheitspolitik sowie das Verhältnis zu Russland und der Türkei wurden dabei besprochen. Lösungsansätze sehen die Schülerinnen und Schüler in Sachen Demokratie durch mehr Bürgerbeteiligung und einer besseren und umfassenderen Darstellung von Politik. Auch müssten Menschenrechtsverstöße intensiver und konsequenter bestraft werden. Ebenso das Vorleben von Werten sei wichtig für einen Vertrauensgewinn.

In der Themengruppe Terrorismus/Sicherheit stand die Erörterung der Frage im Mittelpunkt, ob es moralisch zu rechtfertigen sei, für mehr Sicherheit, Freiheit aufzugeben. Auch diskutierte man über Fragen der Überwachung und deren Grenzen sowie Einzelaspekte wie Datenschutz oder  wie ein effektives Präventionskonzept vor Terrorismus aussehen könne.

Nach den guten Einzelpräsentationen der Themengruppen durch Schülerinnen und Schüler kamen nochmals die beiden Experten zu Wort.

Herbert Reul, MdEP, betonte, dass es sich zu keinem Zeitpunkt mehr gelohnt habe als aktuell, sich für Europa einzusetzen und es ihm trotz der vielen Herausforderungen immensen Spaß mache, aktiv an Lösungen zu arbeiten.

Heinz-Wilhelm Schaumann fragte in die Runde, wie man die Demokratie in Europa stärken könne. Seine Antwort lautete: Durch mehr Beteiligung am gesellschaftlichen Leben in Vereinen, Verbänden, Initiativgruppen und auch den demokratischen Parteien. Demokratie lebe nur durch Beteiligung aktiver Demokraten. Das könne in einem kleinen Verein anfangen, und sei es die Jugendfeuerwehr im Heimatort.

Kreisvorsitzende Gabriele Racka-Watzlawek und Schulleiterin Gabriele Stobbe-Dibbert dankten allen Schülerinnen und Schülern sehr für die engagierte  Beteiligung und die inspirierende Diskussion mit den beiden Experten und den begleitenden Lehrerinnen und Lehrern für die kompetente, europapolitische Vorbereitung im Unterricht.

Der Veranstaltung schloss sich ein kleiner Empfang mit einem leckeren Imbiss, gestaltet und vorbereitet von der Schülerfirma des MSBK, an, wo viele Fragen in kleinen Runden und einzelne Themen noch weiter diskutiert wurden.