Europa Union Kiel besucht die Baustelle der Fehmarn-Belt-Querung

Sie gehört zu den größten Baustellen Europa und ist eine der wichtigsten Verbindungen der neuen europäischen Verkehrsströme: der Fehmarn-Belt-Tunnel, der in Zukunft Deutschland und Dänemark unter der Ostsee verbinden wird.

Am 21. August 2026 konnte der Kreisverband Kiel der Europa-Union unter Leitung des Vorsitzenden Hans Peter Mallkowsky nicht nur eine Exkursion dorthin unternehmen, sondern bekam auch die seltene Möglichkeit, die direkt Baustelle zu besuchen.

© Astrid Leßmann/EU Kiel Kieler Besuchergruppe mit Vorsitzendem Hans Peter Mallkowsky (im roten Pullover und Robert Schmidt, Femern A/S (rechts daneben)

Der Fehmarn-Belt-Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark ist ein Verkehrsprojekt der Superlative: auf 18 Kilometern, vier Fahrzeugspuren sowie zwei Gleisen soll er Skandinavien mit dem europäischen Festland verbinden. Nach der Fertigstellung verkürzt sich die Fahrzeit auf zehn Minuten statt einer Dreiviertelstunde mit der Fähre. Dazu werden 89 Elemente hergestellt und millimetergenau auf den Ostseeboden platziert, die einmal den längsten Absenktunnel der Welt bilden sollen. Durch dieses technische Großprojekt entstehen ein durchgehendes Straßennetz und ein Bahnkorridor, das vom norwegischen Oslo bis ins italienische Palermo reichen wird. Es ist somit eines der Schlüssel-Infrastrukturprojekte Europas, das vom dänischen Staatsunternehmen Femern A/S geplant, gebaut, finanziert und betrieben wird.

Robert Schmidt, Vertreter von Femern A/S, stellte den 45 Kieler Europäerinnen und Europäern den aktuellen Projektstand und die weiteren Bauschritte dieses gigantischen Zukunftsprojektes vor. Er ging auch auf die Kritikpunkte ein, dass sich die Planungsprozess eines solchen Großprojektes verzögert haben und die Kosten gerade durch die Hinterlandanbindungen an die deutschen Verkehrsnetze vor allem bei der Bahn deutlich gestiegen sind. Da der Bahnverkehr künftig mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200 Kilometern pro Stunde ungebremst rollen soll, müssen vor allem Bahnübergänge zurückgebaut und durch mehr als 80 Brücken ersetzt werden, dies erfordert Zeit und zusätzliche Investitionen.

Dieses europäische Verkehrsprojekt soll frühestens 2031 fertig gestellt werden, also zwei Jahre später als ursprünglich geplant.