Bei strahlend blauem Himmel begrüßte uns das Team rund um Carsten Jacob, Geschäftsführer der Euroregion. Ziel der Euroregion sei es, die Region grenzüberschreitend zu vernetzen und eine regionale Identität mitzuprägen. Besonders beeindruckt hat uns neben dem Enthusiasmus für die Region vor allem die Bandbreite an Aktivitäten: Von grenzüberschreitenden Bürgerbeteiligungsprojekten, einem Kleinprojektefonds, der Etablierung von sog. Grenzinformationspunkten bis hin zu unzähligen Veranstaltungen.
Auch ein 5-köpfiges deutsch-polnisches Polizeiteam operiert seit 2020 in Guben wie in Gubin, wie uns Torsten Roch, Projektkoordinator auf deutscher Seite des deutsch-polnischen Polizeiteams in Guben/Gubin, berichtete. Das Team übernimmt nicht nur Aufgaben wie die Bestreifung der Europastadt, die Absicherung von Veranstaltung u.v.m., sondern hat durch die Überwindung von Sprachbarrieren zu einem verbesserten Sicherheitsgefühl beigetragen. Das Team gilt sogar als Vorbild für die binationale landespolizeiliche Zusammenarbeit.
Bürgermeister Fred Mahro empfing uns mit der Botschaft: „Die Idee von Europa ist alternativlos!“ Sein Wunsch: der Gedanke Europas müsste schon in den Kitas vermittelt werden. Die Sprache spiele hierbei eine zentrale Rolle. Leider werde Polnisch (noch) nicht durchgängig von der Kita bis zur weiterführenden Schule angeboten. Gerade auf deutscher Seite müsse entschlossener für Polnisch als Fremdsprache geworben werden. Nur 8 bis 10 Prozent der Schülerinnen und Schüler auf deutscher Seite lernen Polnisch.
Guben, so der Bürgermeister abschließend, habe zwar unter Abwanderung seit Anfang der 1990er-Jahre gelitten, aber der Strukturwandel böte der Doppelstadt und der gesamten Lausitz große Chancen zur Ansiedlung neuer Industrien. Ein leider viel zu kurzer Stadtrundgang rundete den Tag ab, hat aber vor allem nachdrücklich Eindruck gemacht, wie engagiert in der Lausitz jeden Tag am deutsch-polnischen Verhältnis gearbeitet wird. Wir wollen auf jeden Fall wiederkommen.
Hans Jörg Schrötter, Johannes Kohls
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