Klaus Hänsch gehörte dem Europäischen Parlament von 1979 bis 2009 an und prägte dessen Entwicklung wie nur wenige andere. Als Präsident des Europäischen Parlaments (1994–1997) setzte er entscheidende Reformen durch, die die demokratische Legitimation und die institutionelle Stellung des Parlaments nachhaltig stärkten. Unter seiner Führung wurden die öffentlichen Anhörungen der designierten Kommissarinnen und Kommissare eingeführt – ein heute unverzichtbares Instrument parlamentarischer Kontrolle und Transparenz.
Sein Wirken reichte weit über die parlamentarische Arbeit hinaus. Im Präsidium des Konvents zur Zukunft Europas (2002–2003) vertrat er das Europäische Parlament und gestaltete maßgeblich den Entwurf einer Verfassung für Europa. Sein Einsatz für eine freiheitliche, demokratische, rechtsstaatliche und föderale Europäische Union war von tiefer Überzeugung getragen und fand breite Anerkennung in Politik und Gesellschaft.
Als engagierter Sozialdemokrat und überzeugter Europäer verband Klaus Hänsch politische Klarheit mit intellektueller Präzision und einer seltenen Fähigkeit, komplexe europäische Fragen verständlich und überzeugend zu vermitteln. Sein Beitrag zur europäischen Integration bleibt unvergessen; sein Name steht für parlamentarische Stärke, demokratische Verantwortung und die Idee eines geeinten Europas.
Die Europa‑Union Deutschland verneigt sich in Dankbarkeit vor einem großen Europäer. Wir werden sein Lebenswerk in Ehren halten.